Sinn und Zweck

Die Idee zum Priva Score entstand vor einiger Zeit und wurde Basis meiner Doktorarbeit. Allerdings stieß ich in den Recherchen darauf, dass die Idee für den Priva Score zwar gut ist – aber natürlich nicht im Stande ist, den goldenen Käfig des Digitalkapitalismus zu sprengen.

Trotzdem ist der Priva Score eine sinnvolle Hilfe für „Anna Normalnutzerin“, die keine langen AGBs oder Datenschutzrichtlinien lesen möchte. Sie möchte so einfach wie möglich eine Entscheidungshilfe bei der Auswahl von Apps / Diensten haben, die ihr dabei helfen, an den Stellen, an denen es ihr möglich ist, ihren Datenschutz zu wahren.

Für die Doktorarbeit habe ich mich auf Messenger-Dienste konzentriert, da diese zu den am meisten genutzten Kommunikationswerkzeugen im Internet gehören.

Wie im Buch beschrieben, endet das Thema Priva Score damit natürlich nicht. Längerfristig soll der Priva Score mittels seiner einfachen Berechnungslogik auch für andere Kategorien von Apps / Diensten angewendet werden und an dieser Stelle informieren.

Bild von Isabell Hornig

Warum ist der PRIVA SCORE wichtig?

Personenbezogene Daten und Metadaten sind ein sensibles Gut. Auf der Sammlung, Verarbeitung und Auswertung dieser Daten – legal oder illegal – basieren aber die Geschäftsmodelle einer Handvoll großer Technologiekonzerne, die in den letzten zwei Jahrzehnten wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich sehr dominant geworden sind.

Ein Opt Out – eine Vermeidung des Internets ist inzwischen nicht mehr möglich. Denn große Anteile unserer Lebenswelt sind verbunden mit der aktiven oder passiven Nutzung des Internets oder digitaler Endgeräte: Ohne Smartphone keine Speisekarte, ohne E-Mail keine Fahrkarte, ohne App kein Paket,

Und Data Breaches – der Diebstahl von Daten oder die unachtsame Verwahrung – stehen aauf der Tagesordnung.

Die Politik ist inzwischen selbst hochabhängig von Big Tech. Und Gesetzesinitativen werden nachweislich durch Lobbyarbeit – vorallem in Brüssel und Strasbourg – und Unterwanderung – z.B. in Wirtschaftsminiserien der USA – zugunsten der Konzerne massiv beeinflusst.

Die Studienlage zeigt jedoch, dass viele Menschen sehr interessiert sind an ihrem Datenschutz. Aber da treten gleich die Probleme auf: AGBs und Datenschutzrichtlinien sind lang und kompliziert. Auf Teufel komm raus wird den Nutzungsbedingungen dann doch einfach zugestimmt.

Wie kann „Anna Normalnutzer*in“ geholfen werden, die technisch wenig versiert ist? Wie gezeigt ist sie in Sachen Datenschutz auf sich selbst zurückgeworfen.

Wir alle können aus dem GOLDENEN KÄFIG DES DIGITALKAPITALISMUS nicht ausbrechen. Aber wir können durch die Nutzung von Apps und Diensten mit hohem Datenschutzniveau den Diebstahl unserer Daten an den Stellen verhindern, wo es noch möglich ist.

Damit Anna Normalnutzer*in diese Apps und DIenste einfach, schnell, transparent und unabhängig identifizieren kann – dazu dient der PRIVA SCORE.